„Gefällt mir“ vs. „Funktioniert“: Warum Geschmack der falsche Maßstab für gutes Webdesign ist
Jacqueline
Alles, was du über gute Design-Entscheidungen wissen musst.
„Das Designkonzept gefällt mir nicht so.“ – Wahrscheinlich der häufigste Satz, den wir im Design-Prozess hören. Und gleichzeitig einer der schwierigsten, wenn es darum geht, ihn zu bewerten und damit umzugehen. Nicht, weil die Aussage falsch wäre, sondern weil diese Formulierung die falsche Frage beantwortet. Gefallen ist ein persönliches Urteil über Geschmack, Funktion hingegen ein Urteil über die Wirkung der Inhalte. Und diese beiden Kriterien haben erstaunlich wenig miteinander zu tun. In diesem Beitrag zeigen wir dir, warum subjektiver Geschmack ein schlechter Maßstab ist und wie du Design-Entscheidungen stattdessen sinnvoll beurteilst.
Warum „Gefällt es mir?“ die falsche Frage ist
Geschmack ist persönlich. Deine Website ist es nicht.
Jeder Mensch hat einen persönlichen Geschmack – und das ist auch gut so. Der eine mag es aufgeräumt und reduziert, der andere bunt und verspielt. Das Problem beginnt dort, wo dieser persönliche Geschmack zum Maßstab für eine Website wird.
Denn eine Website wird nicht für die eine Person gebaut, der sie gefallen soll. Sie wird für hunderte oder tausende Besucherinnen und Besucher erstellt, die etwas in Bezug auf ein spezifisches Thema suchen, verstehen oder tun wollen. Ob die Farbe der Geschäftsführung gefällt, ist für diese Menschen vollkommen irrelevant. Ob sie innerhalb von Sekunden begreifen, worum es auf der Website eigentlich geht und worauf sie klicken müssen, entscheidet jedoch über den gesamten Erfolg des Web-Auftrittes.
Geschmack vs. Wirkung – wo liegt der Unterschied?
Gutes Design ist selten eine Frage von schön oder hässlich. Es ist eine Frage von: Erreicht diese Gestaltung ihr Ziel – oder steht sie ihm im Weg? Der Unterschied lässt sich gut gegenüberstellen:
„Gefällt mir“ – Denken
Bewertet nach persönlichem Geschmack
„Die Farbe mag ich nicht“
Meinung einer Person
Endet in einer Diskussion
„Funktioniert“ – Denken
Bewertet nach Wirkung auf die Nutzer
„Passt die Farbe zu meinem Unternehmen?“
Verhalten vieler Besucher
Endet in Entscheidungen
Merke: Design, das nur gefällt, sieht im ersten Moment gut aus, bleibt danach aber häufig wirkungslos. Design, das funktioniert, sieht in aller Regel auch gut aus, aber das ist die Folge, nicht das Ziel.
Woran messen wir gutes Design wirklich?
Wenn nicht am Geschmack, woran dann? Wir prüfen jede Gestaltungsentscheidung anhand dreier Fragen.
Stimmt die Hierarchie?
Auf jeder Seite gibt es Wichtiges und weniger Wichtiges. Gutes Design macht diesen Unterschied auf den ersten Blick sichtbar: über Größe, Kontrast, Position und Weißraum. Wenn alles gleich laut schreit, hören deine Besucher am Ende nichts. Die Frage lautet folglich nicht „Sieht das gut aus?“, sondern „Sehen die Besucher zuerst das, was sie auch zuerst sehen sollen?“
Dient es dem Ziel?
Jede Seite hat eine Aufgabe: informieren, Vertrauen aufbauen, zu einer Anfrage führen. Ein Element, das hübsch ist, aber vom Ziel ablenkt, trägt nicht zu einem guten Design bei, es ist Dekoration. Bevor wir etwas platzieren, fragen wir also: Bringt das die Besucher ihrem nächsten Schritt näher? Wenn nicht, fliegt es raus. Auch wenn es schön ist.
Führt es die User?
Eine gute Website nimmt ihre Besucher an der Hand. Niemand soll überlegen müssen, wo er gerade ist, was als Nächstes kommt oder was erwartet wird. Klare Wege, verständliche Beschriftungen, vorhersehbares Verhalten: Das ist unsichtbare Arbeit, die man nur bemerkt, wenn sie fehlt. Jedoch ist sie unglaublich wichtig, denn Verwirrung ist teuer: Jeder Moment der Unsicherheit ist ein Moment, in dem jemand abspringt.
Erst wenn diese drei Fragen mit Ja beantwortet sind, reden wir über Geschmack. Und dann ist er auch willkommen – als Feinschliff, nicht als Fundament.
Wie du mit „Das gefällt mir nicht.“ richtig umgehst
Damit kein Missverständnis entsteht: Dein Empfinden ist uns nicht egal, im Gegenteil. Wenn dir etwas nicht gefällt, ist das ein wertvolles Signal. Meistens steckt dahinter ein echtes Problem, das nur noch nicht in Worte gefasst ist.
Deshalb ist unsere Antwort auf „Das gefällt mir nicht.“ fast immer eine Rückfrage:
Was genau stört dich daran?
Was soll die Seite an dieser Stelle bewirken?
Woran würdest du merken, dass sie funktioniert?
Sobald wir vom rein visuellen Urteil zur eigentlichen Absicht kommen, wird aus einer Sackgasse eine Lösung. Oft stellt sich nämlich heraus, dass das Bauchgefühl völlig richtig lag, nur der Grund dafür ein anderer war als bloße Geschmacksache.
Was das für deine Website bedeutet
Design, das nur gefällt, kostet dich nichts – und bringt dir auch nichts. Design, das funktioniert, bringt Menschen dazu, zu bleiben, zu verstehen und zu handeln. Genau deshalb beginnen wir jedes Projekt mit der Frage nach dem Ziel und nicht mit der Frage nach der Farbe.
Fazit
Der Unterschied zwischen „Gefällt mir“ und „Funktioniert“ ist der Unterschied zwischen einer Meinung und einer Entscheidung. Die erste Aussage beendet ein Gespräch, die zweite beginnt eines. Wer Design an Hierarchie, Zielen und Nutzerführung misst statt bloß am Bauchgefühl, trifft nachvollziehbare Entscheidungen und bekommt am Ende eine Website, die nicht nur gut aussieht, sondern auch etwas erreicht. Schön kann fast jeder. Der Unterschied liegt in der Wirkung.
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Unsere Designerin Jacqueline versteht sich darauf, Wünsche aus ihren Kunden herauszulocken, sogar wenn diese selbst noch nicht genau wissen, was sie brauchen. Mit ihrer Liebe zum Detail erfüllt & übertrifft sie anschließend selbst die höchsten Erwartungen.